Warum Familienunternehmen nachhaltigen Erfolg bedeuten: Ein Gespräch mit Robert Rejlek
Sind Familienunternehmen ein Auslaufmodell? Mitnichten. In diesem Interview erklärt Robert Rejlek, CEO der Rejlek‑Gruppe, die Chancen und Herausforderungen von Familienunternehmen heute. Dabei legt er dar, wieso diese bewährte Unternehmensform weiterhin einzigartige Vorzüge bietet und für jeden Staat einen enormen Vorteil darstellt.

Sind Familienunternehmen heute noch zeitgemäß?
Familienunternehmen gelten oft als traditionell, manchmal sogar als überholt. Doch für Robert Rejlek ist genau das Gegenteil der Fall. Für ihn stehen sie nicht für Vergangenheit, sondern für Zukunftsfähigkeit. Gleich zu Beginn widerspricht er der provokanten These vom Auslaufmodell deutlich:
„Familienunternehmen sind kein Auslaufmodell – sie sind gerade deshalb stark, weil sie in Generationen denken.“
Man wachse in ihnen nicht nur beruflich, sondern auch persönlich hinein. Werte, Verantwortung und wirtschaftliches Handeln. Dadurch entstehe eine andere Perspektive als in rein managergeführten Unternehmen. Während viele Unternehmen in Quartalen rechnen müssen, planen Familienbetriebe in Jahrzehnten, manchmal sogar in Generationen. Besonders anschaulich wird das am Beispiel der Forstwirtschaft, das Rejlek im Gespräch hervorhebt:
„Der, der den Baum pflanzt, weiß, dass er ihn selbst nicht mehr ernten wird. Genau das ist Nachhaltigkeit.“

Das Rejlek-Führungs-Team in der Fertigungshalle: V. r.n.l: Herr Robert Rejlek (CEO), Frau Martina Rejlek (CEO) und Herr Robert Macho (COO)
Was bedeutet der Begriff Familienunternehmen für Sie?
Der Begriff „Familienunternehmen“ bedeutet für Rejlek daher vor allem eines: persönliche Verantwortung. Unternehmerische Entscheidungen betreffen nicht nur Zahlenwerke, sondern Menschen. Mitarbeitende, Partner, Kunden und die eigene Familie. Er beschreibt das Spannungsfeld als permanenten Balanceakt: wirtschaftlicher Erfolg müsse mit sozialen Verpflichtungen vereinbar bleiben.
„Man entwickelt das Unternehmen weiter, aber immer im Einklang mit Familie, Mitarbeitenden und allen Stakeholdern.“
Diese Nähe zum Unternehmen verändert auch die Unternehmerpersönlichkeit selbst. Wer ein Familienunternehmen führt, könne sich nicht hinter Strukturen verstecken. Erfolg und Misserfolg seien unmittelbar spürbar und genau darin liege ein entscheidender Entwicklungsfaktor.

Vor dem Gebäude der Karl Rejlek GmbH in Wien
Warum haben Sie sich entschlossen, sich selbst im Sinne von Familienunternehmen zu engagieren?
Warum engagiert er sich persönlich so stark für dieses Modell? Rejlek sieht eine zunehmende Notwendigkeit, seine Vorteile aktiv zu erklären. Besonders kritisch betrachtet er die Rahmenbedingungen für Unternehmensnachfolgen. In Österreich seien Familienunternehmen steuerlich in einigen Fällen sogar benachteiligt. Gerade Übergaben innerhalb der Familie würden häufig unnötig kompliziert.
„Eine Nachfolge darf nicht daran scheitern, dass der Übergang bürokratisch kaum machbar ist.“
Für ihn ist daher klar: Wenn ein Betrieb über Generationen aufgebaut wurde, sollte der Staat ein Interesse daran haben, dessen Fortführung zu erleichtern.

Beim firmeninternen Weihnachtsfest in Wien-Liesing.
Welche Herausforderungen stellen sich Familienunternehmen heute besonders?
Neben wirtschaftlichen Schwankungen sieht Rejlek auch einen kulturellen Wandel als Herausforderung. Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, nehme in der Gesellschaft ab. Der Wunsch nach Sicherheit wachse, während unternehmerisches Risiko zunehmend gemieden werde. Das hat aus seiner Sicht weitreichende Folgen:
„Wenn niemand mehr sagt: Ich mache das, dann erwartet jeder, dass der Staat alles übernimmt. So werden wir eine Volkswirtschaft nicht weiterentwickeln können.“
Dazu komme die Bürokratie. Marktbedingungen seien für alle Unternehmen schwierig, doch zusätzliche administrative Hürden könnten besonders Familienbetriebe treffen, etwa bei Gründung oder Übernahme. Seine Forderung ist klar: Die wirtschaftliche Realität sei bereits komplex genug, weitere Hindernisse für Unternehmer dürfen nicht hinzukommen.
Wie könnte das Wirtschaftsumfeld verbessert werden, um Familienunternehmen zu unterstützen?
Möglichkeiten für spürbare Verbesserungen sieht Rejlek gerade in drei Bereichen: Steuerliche Belastungen, vereinfachte Übergaberegelungen und gesellschaftliche Bildung. Vereinfachte Verfahren bei Betriebsübernahmen würden Stabilität sichern, Coaching-Angebote könnten Übergänge begleiten, und steuerliche Entlastungen würden Investitionen erleichtern. Langfristig hält er jedoch einen anderen Punkt für entscheidend:
„Eigenverantwortung und der damit verbundene Biss, um weiterzukommen, müssen schon in der Schule ein Fokus sein.“
Familienunternehmen lebten vom inneren Antrieb: Neugier, Leistungsbereitschaft und dem Willen, etwas aufzubauen. Diese Eigenschaften seien nicht nur für Unternehmer relevant, sondern für die Gesellschaft insgesamt.

Mit dem Rejlek-Sales Team bei einem Messeauftritt
Wie profitiert die gesamte Gesellschaft durch Familienunternehmen?
Für Rejlek liegt der größte Wert von Familienunternehmen in ihrer eigenen Wertefauna. Sie prägen eine Kultur des Miteinanders.
„Wir, und da zählen natürlich die Mitarbeiter dazu, sind eine Familie. Das bedeutet mehr Fürsorge – und mehr Leistungsanspruch.“
Genau diese Kombination mache die Stabilität aus. Werte würden so nicht in rein theoretischen Leitbildern formuliert, sondern täglich gelebt und weitergegeben.

Mit den Lehrlingen bei Techniker:innen von morgen im Donauzentrum
Darüber hinaus hebt er einen wichtigen volkswirtschaftlichen Effekt hervor: die Standorttreue. Während internationale Konzerne Kapital rasch verlagern könnten, blieben Familienunternehmen meist regional verwurzelt.
„Sie kleben auf ihrer Scholle – und das ist für den Staat ein Riesenvorteil.“
Was betriebswirtschaftlich manchmal als Nachteil erscheint, sei gesamtwirtschaftlich stabilisierend: Arbeitsplätze bleiben, Investitionen bleiben, Know-how bleibt und das ganze Land profitiert nachhaltig.
Es bleibt in der Familie: Ein Modell für die Zukunft
Am Ende des Gesprächs ist deutlich: Für Rejlek geht es nicht um Nostalgie, sondern um Stabilität. Familienunternehmen denken langfristig, tragen Verantwortung persönlich und bleiben dem Standort treu. Deshalb, so seine Überzeugung, sollten sie nicht als Sonderform betrachtet werden, sondern als tragende Säule der Wirtschaft. Oder, wie er es selbst formuliert:
„Wenn wir diese Unternehmen stärken, stärken wir nicht nur Betriebe, wir stärken den ganzen Standort. Packen wir es an.“
Wenn Sie mit Herrn Rejlek in Kontakt treten, die Anliegen von Familienunternehmen unterstützen oder für Ihr nächstes Projekt mit unserem erfahrenen Fertigungsteam sprechen möchten, schreiben Sie uns auf LinkedIn oder direkt unter diesem Link.
